Death Valley NP 2014

Nach vier Reisen Erfahrung mit der überwältigenden Schönheit der Naturschutzgebiete der USA, war ich nicht darauf vorbereitet, was mich im Death Valley erwartete. Als wir uns 2014 entschieden ein weiteres Mal Kalifornien zu besuchen und all das mitzunehmen, was wir fünf Jahre zuvor verpasst hatten, war auch das Death Valley dabei. Aber was ist nun das Umwerfende an dem niedrigst gelegenen Gebiet Nordamerikas? Es ist das besondere Licht bei Sonnenaufgang, welches die Dünen ganz früh morgens wacht küsst. Es sind die bunten Farben und das Schattenspiel von Zabriskie-Point und der Artists Palette. Es ist einmal auf 85 m unter dem Meeresspiegel auf einer dünnen Salzkruste eines unterirdischen Sees zu stehen. Es sind die 53 °C gemischt mit einem Sturm, die auf deiner Haut brennen. Es sind die vielen Tiere, die dort leben unter diesen feindlichen Bedingungen. Es ist die sternenklarste Nacht, die ich je erleben durfte. Es ist all das und noch viel mehr!

Das Tal des Todes wurde 1994 erst offiziell zum National Park ernannt. Es ist nicht nur der tiefste Punkt Nordamerikas, sondern auch gleichzeitig der heißeste (bis zu 57 °C) und trockenste (50 mm Niederschlag pro Jahr wenn überhaupt) Ort der USA. Umrahmt wird das Tal durch zwei Gebirgsketten im Osten und im Westen, die mit dem Telescope Peak bis zu 3366 m hoch sind. Dieses Gebirge ist auch der Grund, warum so gut wie kein Regen fällt: Falls es doch Wolken über die Sierra Nevada im Westen geschafft haben, dann regnen sie spätestens im Westen an den Berghängen ab und zwar ins vorgelagerte Owens Valley. Vor den weißen Siedlern, lebte hier das Volk der Shoshonen. Ende des 19. Jhd fanden Siedler wertvolle Mineralien, wie z. B. Borax und Talkum, aber auch Gold und Silber wurden entdeckt. Heute kann man die Minen besichtigen.

Unbedingt zum Empfehlen ist eine Übernachtung in der unwirtlichen Gegend. Frank und ich schliefen in Stovepipe Wells nahe den Dünen. Zum kargen Motel gehörte ein kleiner Pool (der darf in den USA nie fehlen), purer Luxus in unseren Augen. Lufttemperatur war 53 °C und das Wasser im Pool machte da kaum einen Unterschied. Schmerzhaft war nur der Wassertropfen auf der Hat, der brennend verdunstete, als wir in den Schatten auf eine Liege flüchteten. Zum Motel gehört auch ein Saloon, wo wir gut gegessen haben. Hier gab es auch mein erstes und letztes Root Beer. Bäääh! Die Nacht im Zimmer war unvergesslich: ich habe noch nie so stark geschwitzt, die Temperatur ging nicht unter 40°C und so ließen wir die laut brummende Klimaanlage durchlaufen. Aber die Quälerei ist schnell vergessen, wenn du kurz vorm Sonnenaufgang in die benachbarten Dünen fährst und einen Spaziergang im Sonnenaufgang unternimmst. Auf einmal bist du von einer feuchtnebligen Luft umgeben, eingetaucht in oranges Sonnenlicht mitten in der Sandwüste. Unvergesslich!

Was noch alles meiner Meinung nach nicht verpasst werden darf:

  • Zabriskie Point: bizarre Felsformationen; am besten zum Sonnenaufgang
  • Badwater: tiefster Punkt Nordamerikas (- 85 m); kurzer Spaziergang auf der Salzkruste eines unterirdischen Sees möglich
  • Devils Golf Course: noch mehr Salz- und Gesteinskruste; hier kann nur der Teufel golfen…
  • Artists Palette: kleiner Canyon mit verschiedensten Metallen, die oxidiert sind und so in unterschiedlichsten Farben leuchten
  • Golden Canyon: Wanderung trotz > 50°C zu einer Natural Bridge
  • Ubehebe Crater: 1 km Durchmesser, 230 m tief, 7000 Jahre alt, Grundwasser explodierte hier durch heiße Magma.
  • Mesquite Flat Sand Dunes: Sonnenaufgang!

Das Tal hat noch so viel mehr zu bieten, nur leider ist die Zeit immer zu knapp. Im Frühjahr muss es dort besonders schön sein, wenn die eine oder andere Blume ihren Kopf gen Sonne streckt. Ein Grund mal wieder hin zu fahren!

Viel Spaß beim Durchklicken der Galerie und der Links. Lust bekommen?

offizielle Homepage des National Parks

Galerie

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Stovepipe Wells – Hotel and Saloon

Hiking Death Valley