Everglades 2013

Florida hatte ich jahrelang unterschätzt! Uns hat es immer in den Westen gezogen in die unglaubliche Weite. Der dicht besiedelte Osten der USA und v. a. Florida, wo nur Rentner leben, stand ganz weit hinten auf meiner Reise-Wunsch-Liste. Eines Tages hatten Frank und ich noch ürbige Urlaubstage zu verbraten und Frank wollte unbedingt mal miterleben, wie eine Rakete ins Weltall geschossen wird. Da war ich sofort dabei. Schnell fand ich heraus, dass im November eine Rakete zum Mars von Cape Canaveral (M.A.V.E.N.) starten sollte. Eintrittskarten waren schnell gebucht und auch der Flug war überraschend günstig und so ging es im November 2013 nach Florida. Unsere Erwartungen an den Raketenstart wurden mehr als erfüllt. Es war ein ganz besonderer Moment live die Druckwelle zu spüren, als die MAVEN in den Wolken verschwand und auf zum Mars war. Aber, dass auch die Natur hier im Süden was ganz besonderes ist, die es gilt zu schützen, war mir nicht wirklich bewusst. Ich könnte hier von den Sanddünen, den Mangrovenwäldern und bedrohten Korallenriffen erzählen, möchte mich hier aber auf den National Park konzentieren: die EVERGLADES!

Der National Park ist der Zweitgrößte der USA und ist etwa 100 Meilen lang. Die Everglades sind eine subtropische Landschaft an der Südspitze von Florida und umfasst Sümpfe, dschungelartige Bauminseln, sogenannte „hammocks“, und Mangrovenwälder. Hier trifft Süßwasser auf Salzwasser des Golfs von Mexiko und diese Mischung lässt eine große Vielfalt von Flora und Fauna gedeihen. Nur hier treffen Krokodile (Salzwasser) auf Alligatoren (Süßwasser). Die Everglades sind bekannt für ihren Reichtum an Vogelarten. Aber auch Seekühe und der Florida-Puma sind hier heimisch. Neben Mangroven, Palmen und Zypressen, wachsen auch Gräser, Kiefern, Farne und wilder Kaffee. Es gibt zwei Jahreszeiten: Regenzeit und Trockenzeit. Wir waren hier am Ende der Hurricane-Saison und in so manchen hammocks wimmelte es von riesigen Moskitos! Dieser Artenreichtum hat dazu geführt, dass das Schutzgebiet zu einem „International Biosphere Reserve“ wurde und zur UNESCO dazugehört.

Von dem einst gigantischen subtropischen Sumpfgebiet, der den ganzen Süden einnahm, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Einst floss das Süßwasser (nur Zentimeter tiefer aber kilometerbreiter Strom) vom Lake Okeechobee südwärts bis zur Florida Bay. Als jedoch die Siedler im 19 Jhd. den Süden Floridas erschlossen, wurden große Fläche für die Landwirtschaft (Zuckerrohrplantagen und Gemüse) trocken gelegt und der Fluss der Everglades durchbrochen. Die Städte drum herum wuchsen schnell an und man baute einen Kanal vom Lake Okeechobee nach Miami um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. Der Wasserfluss und die alljährlichen Überflutungen des Gebietes blieben aus. Der Tod für Flora und Fauna.

Der National Park wurde 1947 gegründet um nicht wie sonst die Landschaft zu schützen, sondern diesmal um das Ökosystem für die Tierwelt zu erhalten. Private Helfer des Parks kaufen immer mehr private Sümpfe um den Park auf um das Schutzgebiet immer mehr zu vergrößern. Aber nicht nur die Trockenlegung, sondern auch die eindringenden Pflanzenschutzmittel und Dünger bedrohen das Feuchtgebiet. Es ist noch viel zu tun!

Ein Besuch des National Parks ist eines der Highlights in Florida und sollte nicht ausgelassen werden. Die Infrastruktur der NP Behörde hat so viel zu bieten, dass man meiner Meinung nach nicht mit einem lauten, stinkigen Propellerboot über die bedrohten Wiesen heizen muss, nur um ein Freiheitsgefühl zu erleben. Es gibt zahlreiche Lehrpfade, die es gilt zu erkunden, und auch ein Ausflug mit dem Kanu durch das Labyrinth der Mangrovenwälder ist möglich. Hier sind hilfreiche Links für euch und nun viel Spaß mit der Bildergalerie! Eure Katharina

offizielle Homepage des National Parks

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