Olympic NP 2012

Wer „Twilight“ kennt, der kennt Forks und Port Angeles und somit auch den Olympic National Park. Aber ob jedem bewusst ist, wo dieses Naturjuwel liegt und was es zu bieten hat, bezweifle ich. Der Olympic NP steht bei mir auf Platz 3 meiner Favoriten in den USA, da diese Halbinsel alles zu bieten hat: Natur, Weite, Stille und keine Reisebusse. Wer Ruhe sucht und seinen Gedanken ihren freien Lauf lassen möchte, dem kann ich den Norden der West-Coast nur empfehlen!

Der 1938 gegründete National Park der USA liegt im Bundesstaat Washington State und befindet sich auf der Olympic Peninsula. Ich schwärmte ja schon von der Vielfalt des Naturschutzgebietes, also den drei Ökosystemen: die felsige Pazifikküste, der gemäßigte Regenwald (neben Alaska ud Hawaii ist es die regenreichste Region der USA) und die subalpinen Zonen. Die UNESCO erklärte den Park zum International Biospherenreservat. Die Berge sind vor ca. 30 Millionen Jahren entstanden, als die Pazifik Platte auf den nordamerikanischen Festlandsockel gestoßen ist. Die schwerere Ozeanscholle schiebte sich unter das leichtere Festland und so entstand aus dem Meeresboden die Berge, die heute mit dem Mount Olympus bis zu 2432 m hoch sind. Man kann Meeresfossilien in den Berghängen finden. Der Puget Sound von Seattle und die Strait Juan de Fuca, die Meerenge zwischen den USA und Kanada, wurden von den zahlreichen Gletschern geformt. Noch heute gibt es in den Olympic Mountains Gletscher, direkt am Meer! Da die Halbinsel während der Eiszeit isoliert vorlag, gibt es hier 16 endemische Arten, Wildblumen und Tiere, die nur dort heimisch sind. Besonders sind hier die Olympic-Murmeltiere, die wir bei einer Wanderung gehört haben. Durch die einstige Isolation fehlen aber Grizzlybären, Stachelschweine und vieles mehr.

Der praktische Hwy 101 dient als Ringstraße der Peninsula und zahlreiche Stichstraße führen zu den verschiedensten Schönheiten des Gebietes. Gestartet sind wir damals im Süden, in der alten Hafenstadt Aberdeen, quartierten uns für zwe Nächte in Port Angeles ein und verließen die USA über die Heimat der Orcas, die Strait-Juan-de-Fuca. Forks als Übernachtung kann ich nicht empfehlen, da die Unterkünfte damals viel zu teuer waren und neben einem Supermarkt nichts weiter geboten wurde. Hingegen ist Port Angeles ideal als Hauptquartier. Hier fanden wir zahlreiche Restaurants, mit passendem Preis-Leistungs-Verhältnis, einen Hafen, wo immer was los war, und eine kleine gemütliche „Innenstadt“ mit süßen Lädchen zum Stöbern.

Was im Olympic zu tun ist und was du nicht verpassen darfst, habe ich hier aufgelistet:

  • Beach 4: während unseren Reisen an den verschiedensten Küste, gab es hier die buntesten Gezeitentümpel. Entenmuscheln, farbige Seesterne, riesige grüne Anemonen und kleine Fische warten auf dich. Also auf Ebbe warten und ab geht`s zu den glitschigen Felsen. Aber Vorsicht, Rutschgefahr!
  • Ruby Beach: stundenlange Wanderungen am Strand zwischen den Felsen entlang der dicht bewaldeten, rauhen Küstenlinie. Mein Tipp: irgendwie den Eingangspuntk zum Strand markieren, da du sonst nie wieder zum Auto findest.
  • Big Cedar Tree: mit einem Stammumfang von 20 m ist diese Zeder eine der Größten auf der Welt. Ein herrlich ruhiger Wanderweg führt zum Baum und weiter in das Dickicht hinein.
  • Hoh Rain Forest: vom Visitor Center gehen mehrere Lehrpfade ab. Nicht zu verpassen sind der Hall of Mosses Trail (1 Meile) und der Spruce-Nature-Trail (2 Meilen), beide sehr gut machbar in kurzer Zeit. Sie führen dich zu einer Kathedrale aus moosverhangenen Bäumen, vorbei an riesigen Farnen (wie im Film „Jurassic Parc“), Sitka-Fichten und Hemlocktannen, die bis zu 90 m hoch sind. Wir kamen uns vor wie in einem Zauberwald zu Urzeiten. Manche Baumriesen stehen auf ihren Wurzeln wie auf Stelzen. Sie keimten zu Beginn auf tote, umgefallene sog. Ammenbäume. Wir hatten Glück und ein Roosevelt-Hirsch kreuzte ganz kurz unseren Weg.
  • Wasserfälle beim Lake Crescent
    • Marymere Falls: 30 m hoch; Frühmorgens machten wir uns auf zu den Wasserfällen und konnten so die neblige, Märchenwelt und einen Hirsch bewundern.
    • Madison Falls: nur sehr kurzer, leicht zugänglicher Weg zu diesem kleineren Wasserfall; ideal um zahlreiche Einstellungen an der Kamera auszuprobieren
  • Hurricane Ridge: Hochebene auf ca. 1600 m,  von der man einen weiten Blick auf die Berge der Olympic Mountains hat. Insgesamt sind 60 Gletscher zu zählen. Wir sind den Hurricane Hill Hiking Trail bis zum Gipfel gelaufen; nur zum empfehlen!
  • Strait-Juan-de-Fuca: Fährüberfahrt nach Victoria, BC. Vielleicht entdeckst du ja die Residents, die hier lebenden Orcas…

In den zwei Tagen haben wir nur einen Bruchteil des Naturjuwels gesehen. Aber das hat gereicht um mich zu überzeugen. Vielleicht überzeugen ja auch dich die Bildergalerie und die weiterführenden Links. Auf den Geschmack gekommen?

offizielle Homepage des National Parks

Galerie

OlympicNP-map

Hiking Olympic